noch bis zum 6.3.2026 läuft meine aktuelle Ausstellung gemeinsam mit Suat Sensoy zeigen wir Bilder zum Thema Bewegung im AVT – Foyer RWTH Aachen – Forckenbeckstraße 51
Was Fische und Menschen gemeinsam haben – ein Beitrag von Judith Peschges – judith.peschges@zhv.rwth-aachen.de
Im Foyer der Aachener Verfahrenstechnik (AVT) der RWTH Aachen präsentieren Tanja Elmazovic und Suat Sensoy ihre Kunstwerke.
Mal schwimmen sie im Strudel, mal spiralförmig, dann streben sie explosionsartig auseinander. Das gefällt Suat Sensoy an Fischschwärmen, die er zum Motiv für seine Kunst gemacht hat. Bunte Kois, die durcheinander schwimmen und deren Farben sich dabei vermischen – wie der Tanz eines Menschen, den Tanja Elmazovic in einem ihrer Bilder darstellt. Die beiden Künstler präsentieren ihre Werke in einer gemeinsamen Ausstellung. Ihr verbindendes Element bei den Motiven Fische und Menschen: Die Bewegung. Vom 10. Oktober bis zum 6. März 2026 können Interessierte die Ausstellung kostenlos im AVT Foyer der RWTH, Forckenbeckstraße 51, in Aachen besuchen.
Elmazovic und Sensoy haben Bewegung schon lange vor der ersten Begegnung zum Gegenstand ihrer Kunst gemacht. Erst in den sozialen Medien ist die Architektin und Künstlerin auf die Bilder von Sensoy aufmerksam geworden. Nachdem sie sich bei einer Ausstellung in Baesweiler kennengelernt hatten, entstand nach und nach die Idee, eine gemeinsame Ausstellung zu planen.
„Ich versuche oft, mit der Bewegung die Gefühlswelt eines Menschen darzustellen“, erklärt Elmazovic. Eine frühere Ausstellung drehte sich um das Thema „Street Life“ – ihre Inspiration sammelte die Künstlerin, indem sie durch die Stadt schlenderte und in Cafés unterwegs war. Ihr Interesse für die Kunst entdeckte sie schon im Architekturstudium an der RWTH. „Skizzen anzufertigen, Räume und Farben haben schon im Studium immer eine große Rolle gespielt“, sagt sie. Sich kreativ auszuleben, sei schon immer ein Teil ihres Lebens gewesen.
Zwischen Atelier und Klassenzimmer
Auch Suat Sensoy entdeckte seine Leidenschaft früh. Schon als Schüler setzte er sich dafür ein, dass in der Oberstufe ein Leistungskurs Kunst eingerichtet wurde. Später kehrte er selbst als Kunstlehrer an die Schule zurück, lebte sich aber auch weiterhin kreativ in der Malerei aus. „Ich habe vor allem Zuhause gemalt, und schon früh viel gutes Feedback bekommen“, erinnert sich der Kölner. Schon bald stellt er international aus, in China, der Schweiz und in den Niederlanden. Seinen Lehrauftrag ließ er dabei nie aus den Augen. Auch heute arbeitet er sowohl im Atelier als auch an der Realschule. „Ich bin immer wieder erstaunt, auf welche Ideen die Schülerinnen und Schüler im Kunstunterricht kommen“, sagt Sensoy und weiter: „Man kann von der Kreativität der Jugendlichen lernen.“ Erst vor kurzem seien erstaunliche Ergebnisse bei der Erstellung von Wahlplakaten zustande gekommen, erzählt er.
Bei seiner eigenen Kunst schätzt Sensoy vor allem den Schaffensprozess. Er erweitert die klassische Malerei in seinen Kunstwerken mit fotografischen Fragmenten. Zentrale Elemente trägt er mit Acrylfarbe auf die Leinwand auf und kombiniert sie mit gedruckten, filigranen Strukturen. So entsteht ein neues Bild mit großer Tiefenwirkung.
Tanja Elmazovic malt vor allem mit kräftigen Strichen und setzt bevorzugt den Spachtel ein. „Der Sprung ins kalte Wasser“ beispielsweise zeigt eine Frau, die durch die Bewegung erdrückende Lebensumstände zur Seite schiebt und sich ihren Weg mutig freischwimmt.
